Aktive Meditation

„Meditation kann persönliche Entwicklung und Selbstregulation unterstützen und beschleunigen.“

(Frei nach: „Die zehn Bullen des Zen“)

Körperliche Bewegung ist bei der aktiven Meditation der Schlüssel zur Ruhe und Entspannung. Erst die körperliche Aktivität bringt die Wahrnehmung weg von Gedanken: Stress, Sorgen, Nöte und Ängste können in den Hintergrund treten. Nach der Bewegung ist anschließend Platz, sich selbst zu fühlen und den Augenblick wahr zu nehmen.

Bei der aktiven Meditation führen einfache Bewegungen, Ausdruck oder Atem einleitend hin zur eigentlichen Meditationsphase. Diese Körperorientierung und der etwas „spielerische“ Ansatz erleichtern von Beginn an den Zugang zur Meditation – gerade aus dem Alltag heraus. Denn sie unterstützt auch die Integration von vermeintlich „unspirituellen“ Gedanken und Gefühlen.

Die klassische und langläufige Meinung, über Meditation Gedanken oder Gefühle zu überwinden, kann zur Abspaltung von Realität (Dissoziation) führen. Die aktive Meditation regt dazu an, einen angemessenen Raum für Gedanken und Gefühle zu finden – häufig durch die Wahrnehmung des Körpers. Insofern verfolgt die aktive Meditation bewußt KEIN ZIEL wie etwa Friedfertigkeit, Gymnastik, Konzentration, Kontemplation, Therapie-Ersatz, Kontrolle uvm. Sie ist vielmehr im übertragenen Sinn ein SPIEGEL für den Augenblick, damit Gefühle wahrnehmbar werden. (Aus diesem Grund ist Meditation auch nicht immer und bei jedem Menschen sinnvoll. Im Zweifel fragen Sie bitte Ihren Hausarzt.)

Meditation, wie ich sie verstehe und erlebe, ist „unkonfessionell“ und an keine Religion oder an einen Glauben gebunden. Es ist nicht nötig, einer Kirche anzugehören, an etwas besonderes zu denken oder an nichts zu denken. Diese Vorstellungen und Zielvorhaben sind überflüssig. Die Teilnahme ist freiwillig und anderen gegenüber unverbindlich.

Der Status-Quo wird durch die aktive Meditation nicht gefestigt, sondern durch Akzeptanz und Aufmerksamkeit verändert. Dem Kopf widerspricht es, den Augenblick gedankenlos wahr zu nehmen. Aber den eigenen Körper anzunehmen und dem Herzen zu folgen – das kann durch aktive Meditation unterstützt werden.

Die aktive Meditation ist ein natürlicher Weg zu sich selbst und nichts Esoterisches oder Religiöses. Mancher Mensch erinnert sich vielleicht noch an Meditation in seiner Kindheit.

Insbesondere aktive Meditation kann die persönliche Entwicklung und Selbstregulation unterstützen und beschleunigen. Sie dient manchmal zur Entspannung und mal zur Aktivierung. Oder sie dient als Bekräftigung und innere Ressource. Dann zur Klärung oder als innere Reinigung. – Je nachdem, was im Augenblick für den Körper und die Psyche möglich und nötig ist.

Sich Einzulassen auf den offenen Prozess kann spannend und neu sein – oder auch einfach Freude machen und eine Kraftquelle sein. Meditation und Achtsamkeit unterstützen dabei, sich zu öffnen und Mitgefühl für sich selbst und andere zu entwickeln.

Aktive Meditation ist leicht zu lernen und ohne Vorkenntnisse praktizierbar. Spezielle Musik unterteilt die einzelnen Phasen und unterstützt beim Meditieren auf dem Weg nach Innen.