Wo bleibt die Männerbewegung im Feminismus?

Seit vielen Jahren verbreiten und etablieren sich Frauenbewegung und Feminismus immer mehr – wenn auch mit Rückschlägen. Aber dennoch scheinen Gleichberechtigung und Diversität fast unaufhaltsam und nur noch eine Frage der Zeit zu sein.

Aber wo bleibt das Pendant zum Feminismus, in dem Männer die eigenen Rollen kritisch hinterfragen? Den Preis für ihr Ausleben von Stereotypen sich klar machen? Die emotionalen und spirituellen Kosten für ihre Privilegien im Patriarchat spüren?

Wo ist die Männerbewegung im Feminismus, die für sich selbst alte Zöpfe abschneidet und neue Wege einschlägt? Sich von Kraft und Selbstständigkeit von Frauen begeistern lässt und bislang unbekannte Qualitäten in sich und in einer partnerschaftlichen Beziehung entdeckt? –

Die Antwort scheint, meinem Eindruck nach, nicht so offensichtlich zu sein, eher im Verborgenen bleiben zu wollen, mehr individuell und in kleinen Kreisen. So jedenfalls einige Eindrücke nach über 20 Jahren Selbsterfahrung in (Männer-)Gruppen und Sitzungen.

Nach meiner Wahrnehmung könnte eine Männerbewegung im Feminismus längst da sein: Sie setzt sich aus vielen einzelnen, sehr unterschiedlichen Männern zusammen, die ihre Prägungen überwinden wollen, für sich Freiheit, Kraft und Klarheit finden oder Verbundenheit und Liebe spüren zum Beispiel.

Diese Männerbewegung bzw. Plural Männerbewegungen zeigen sich in Psychotherapie und Meditation. Dort sind Kräfte, die eher indirekt politische und gesellschaftliche Strukturen prägen und ändern können – sofern sie es überhaupt noch wollen … 😉